#24 Tod durch Selfplay. Wir sprechen drüber.

In dieser Folge sprechen wir über ein sehr ernstes Thema, das uns schon länger beschäftigt: die Gefahren von Selfplay. Wir starten mit einer klaren Triggerwarnung, weil es um Tod und Trauer geht. Anlass ist ein aktueller, tragischer Fall aus unserer Community, der uns tief berührt hat. Wir wollen nicht abschweifen oder beschönigen, sondern offen und ehrlich aufzeigen, wie gefährlich riskante Praktiken allein sein können. Deshalb haben wir einen Gast eingeladen, der seine persönliche Geschichte mit uns teilt.

Keon erzählt, wie er seinen Partner, gerade einmal 21 Jahre alt, tot in der gemeinsamen Wohnung gefunden hat – verstorben beim Experimentieren mit Lachgas und Selfplay. Diese Schilderung hat uns im Gespräch sehr bewegt. Er beschreibt den Schock, die Hilflosigkeit und das Chaos in diesem Moment. Auch, wie schwer es für ihn war, den Eltern und Freunden die Wahrheit zu sagen, und wie stark die Bilder und Erinnerungen nachwirken. Diese Offenheit verleiht dem Thema eine Dimension, die uns selbst während der Aufnahme sprachlos gemacht hat.

Im Gespräch wird deutlich, dass sein Partner nie mit jemandem über seine Pläne bezüglich Lachgas gesprochen hatte. Genau das ist so gefährlich. Praktiken, die Atmung oder Bewusstsein beeinflussen, dürfen nie allein ausprobiert werden. Wir appellieren eindringlich an Euch, bei riskanten Spielen immer jemanden dabeizuhaben, zu reden und sich nicht zu schämen, über Kinks offen zu sprechen. Kein Kick ist es wert, sein Leben dafür zu riskieren.

Unser Gast erzählt auch, wie schwer die Zeit nach dem Tod war: die Wohnung zu betreten, Erinnerungen wegzuräumen, Fetischgear zu verstauen, die Beerdigung zu organisieren und gleichzeitig mit Gerüchten und Fragen aus der Community umzugehen. Diese Einblicke zeigen, wie groß der emotionale und organisatorische Berg ist, der nach einem solchen Verlust vor einem liegt. Für uns war das Gespräch ein Augenöffner, wie wichtig Unterstützung und Gemeinschaft in solchen Momenten sind.

Ein weiterer Schwerpunkt dieser Folge ist Vorsorge. Wir sprechen mit ihm darüber, warum es so wichtig ist, sich frühzeitig Gedanken zu machen, was im Todesfall mit Konten, Social-Media-Accounts oder privaten Daten geschieht. Sein Erfahrungsbericht zeigt, welche bürokratischen Hürden es gibt, wenn Vollmachten fehlen oder niemand Zugriff auf Handys und Online-Accounts hat. Wir hoffen, dass Ihr daraus etwas mitnehmen könnt.

Am Ende dieser Folge möchten wir gemeinsam mit unserem Gast Keon eine klare Botschaft senden: Kein Orgasmus, kein Kick und kein Spiel ist es wert, das eigene Leben zu riskieren. Bitte probiert solche Dinge niemals allein aus, informiert jemanden und sorgt vor. Holt euch Hilfe, wenn ihr merkt, dass ihr nicht weiterkommt. Wir danken Keon für seinen Mut und hoffen, dass seine Geschichte vielleicht Leben retten kann.

Diese Folge bei YouTube schauen

WEITERE FOLGEN VON SCHWarz & eng

#35 Fetisch im Alter – es ist nie zu spät zu sich zu stehen!

Es ist nie zu spät, zu sich zu stehen – und unser Gast Uli (69) ist der lebende Beweis! Der Vollzeit-Lederkerl nimmt uns mit durch fünf Jahrzehnte Fetisch-Geschichte: von heimlichen Chiffre-Anzeigen in der Zeitschrift „Motorrad“ zu Zeiten des Paragrafen 175 über 27 Jahre Partnerschaft bis zu seinem Neustart mit 60 – „Jetzt Vollgas, Fetisch 150 %!“ Heute ist Uli aus der Community nicht mehr wegzudenken: als ehemaliger Mister Leder Hamburg, frisch ernannter Kohlkönig des LC Nordwest und natürlich als Mister FKK (Foto, Kaffee, Kuchen). Wir sprechen darüber, warum auf CSDs so wenige Ältere zu sehen sind, wieso Fetisch im Alter nicht extremer, sondern intensiver wird, und warum man auch mit über 60 noch die große Liebe finden kann. Ulis Botschaft an alle, die denken, es sei zu spät: Einfach den Schalter im Kopf umlegen – die geilste Zeit ist jetzt!

Einschalten >

#34 Pille rein, horny sein – Achtung bei Substanzkonsum!

Wir waren live und mit Publikum zu Gast bei Hein & Fiete in Hamburg – und hatten mit Henry und Fabian zwei echte Experten an unserer Seite. In unserer ersten Experten-Folge geht es um Chemsex und Substanzkonsum: Welche Substanzen kursieren gerade in der Szene, warum ist die Kombination aus Poppers und Potenzmitteln lebensgefährlich, und wo überschneiden sich Substanzkonsum und Fetisch – Stichwort Ketamin, Bondage und Breath Control? Henry und Fabian erklären, wie die gemeinsame Chemsex-Beratung von Hein & Fiete und der Drogenhilfe funktioniert (jeden Mittwoch ab 18 Uhr, anonym und ohne erhobenen Zeigefinger), was hinter Drug Checking und Safer Use steckt und warum der erste Schritt – überhaupt über Konsum zu sprechen – der schwerste ist.

Einschalten >

#33 Update aus dem Fetisch-Leben

Wir sind zurück aus der Sommerpause und haben einiges nachzuholen: In dieser Update-Folge erzählen wir, was in den letzten Monaten bei uns passiert ist – von Alex‘ Hausbau-Chaos, spontanen Dates und der Bühnenbesichtigung für die Rainbow Cruise 2027 bis zu Markus‘ Event-Marathon mit Fetisch-Barkassenfahrt beim Hafengeburtstag, Hamburg Fetish Weekend, MLC Stuttgart (inklusive erstem Puppy Walk), Bunker Dresden und der letzten Gear and Dance in Bottrop. Außerdem sprechen wir über Toleranz im Berufsleben, eure Kinky-Highlights des ersten Halbjahrs und alles, was noch ansteht: unsere Live-Folge bei Hein & Fiete am 8. Juli zum Thema Substanzkonsum, die CSDs in Berlin und Hamburg, Puppy Park Mannheim und die Folsom Berlin.

Einschalten >